Teenager wollen nur eins: selbstständig werden. Warum pubertäres Verhalten sinnvoll ist und wie Sie am besten mit Ihrem Jugendlichen umgehen, erklärt Familientherapeutin und Buchautorin Felicitas Römer

Getty Images Poland

Tim ist gerade 13 geworden. Irgendwas ist mit ihm passiert, ganz plötzlich. Er ist wirklich unerträglich in der letzten Zeit. Er reagiert gereizt auf alles, was ich sage. Er schreit mich oft an. Er macht nicht das, was man ihm sagt. In der Schule ist er auch schlechter geworden. Sein Zimmer sieht aus wie eine Müllhalde. Das alles nervt mich total. Manchmal habe ich das Gefühl, er will mich einfach nur ärgern.“ Tims Mutter Lotte K. sitzt in meiner Praxis und stöhnt: „Was ist nur aus meinem Sohn geworden? Und wie kriege ich es hin, dass alles wieder so wird wie früher?
Um es gleich zu sagen: Es wird nie wieder so werden „wie früher“. Tim ist nun mal in der Pubertät, und das ist die Phase, in der Kinder angeblich anstrengend und Eltern vermeintlich peinlich werden. Viele Mütter und Väter kennen das: Aus dem pflegeleichten Kind wird eine launische Furie, ein phlegmatischer Lümmel oder ein lautstarker Rebell. Der eine Teenager ist mal handzahm und anschmiegsam, um kurz darauf wieder seine Zimmertür zuzuknallen und alles „scheiße“ zu finden. Der andere wiederum sitzt alles demonstrativ aus – oft im wahrsten Sinne des Wortes stundenlang auf dem Sitzsack. Er redet wenig, sagt Ja zu allem, tut aber nichts von dem, was die Eltern ihm auftragen: auch eine Art, Widerstand zu leisten. Eine leisere Art zwar, aber durchaus bestens dazu geeignet, Eltern in den gefühlten Wahnsinn zu treiben. Der klassische pubertäre Rebell dagegen stellt jede elterliche Regel grundsätzlich infrage, weiß alles besser und muss natürlich recht behalten.

Felicitas Römer, ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemische Paar- und Familientherapeutin und Buchautorin. Sie lebt in Hamburg und hat selbst vier Kinder. Römer hat mehrere Bücher geschrieben, darunter „Chill mal, Mama“ – Pubertät und trotzdem gut drauf, Meine liebe Nervensäge. Warum störende Kinder nicht gestört sind und wie wir ihnen helfen können und Stressfreier erziehen: Einfühlen statt schimpfen.

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe von Psychologie und Leben. Erhältlich an allen Punkten des Bahnhofs- und Flughafenbuchhandels sowie bei vielen weiteren Zeitschriftenhändlern.

Nach Erscheinen des Magazins können Sie hier eine Filiale in Ihrer Nähe finden.


banner