Wir leben besser, wenn wir in der Gegenwart bleiben und uns nicht um gestern und morgen scheren, sagt die Gestalttherapie. Klingt erst mal gut. Aber was heißt das überhaupt? Zuallererst zu fühlen, sagt Felicia Carroll

Sich im „Hier und Jetzt“ zu erfahren ist der Anspruch der Gestalttherapie, mit der Sie arbeiten. Was heißt es, „hier und jetzt“ zu sein?
Felicia CarroLl: „Hier und jetzt“ – dieser eine Moment enthält unsere ganze Geschichte, unsere Ambitionen, die Hoffnungen auf die Zukunft. Wir müssen uns dessen bewusst sein: Es ist gut, jede Erfahrung anzunehmen und nicht zu versuchen sie zu bewerten oder zurückzuweisen. Wir denken am besten auch nicht zu viel über das nach, was schon war. Am wichtigsten ist, Zugriff darauf zu haben, wie wir uns zu einem
bestimmten Zeitpunkt fühlen, wer wir jetzt sind.

Was gibt uns das?
Wenn wir „hier und jetzt“ sind, können wir aus allem Nutzen ziehen, was uns das Leben bringt. Wir erkennen schneller, wenn mit unserem Körper etwas Merkwürdiges passiert. Wir kommen besser mit Problemen zurecht, denn sie haben ihren Grund immer in der Gegenwart. Wir sind erfolgreicher, weil uns keine Gespenster aus der Vergangenheit blockieren, und wir machen uns nicht im Voraus Sorgen um das, was sein wird.

Felicia Carroll
ist Doktor der Philosophie und Psychotherapeutin, zertifiziertes Mitglied des Gestalt Therapy Institute of Los Angeles und Supervisor der California Association of Marriage and Family Therapists. Sie arbeitet im West Coast Institute for Gestalt Therapy with Children & Adolescents in Solvang, das sie auch gegründet hat. Ihr Spezialgebiet ist die Gestalt Play Therapy.

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