1997 ging eine erstaunliche Nachricht um die Welt: Das System DeepBlue hatte den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow, einen der genialsten Schachspieler der Geschichte, in einem Wettkampf mit sechs Partien geschlagen.

Genau 20 Jahre später gelang einem anderen System, AlphaGo, etwas noch Spektakuläreres: Es gewann ein Spiel in fünf Runden gegen Ke Jie, einen der besten Gospieler der Welt. Go gilt als das schwierigste Brettspiel der Welt; das System gewann alle fünf Partien.

Was haben DeepBlue und AlphaGo gemeinsam? Sie sind beide Systeme von Künstlicher Intelligenz. Seit Kasparows Niederlage verbreiten sie sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. Sie können blitzartig analysieren, welche Internetseite wir besuchen, welche Filme wir anschauen oder welche Artikel wir lesen, und schlagen uns dann Inhalte vor, die uns ihrer „Meinung“ nach interessieren könnten. Sollten wir vor der Künstlichen Intelligenz Angst haben? Was gibt uns ihre Entwicklung und was nimmt sie uns? In dieser Ausgabe von Psychologie und Leben antworten darauf unter anderen Aleksandra Przegalińska und Grzegorz Lindenberg.

Die Künstliche Intelligenz ist eine der größten Herausforderungen, vor der die Psychologen in der nächsten Zeit stehen. Immer öfter werden sie gefragt, ob sie an Projekten teilnehmen, in denen denkende Maschinen entwickelt werden, beispielsweise autonome Autos oder soziale Roboter. Wozu die moderne Psychologie gebraucht wird, lesen Sie in spannenden Texten wie „Schlau wie (k)ein Baby“ von Lea Winermann, der Redakteurin des Magazins Monitor on Psychology, oder „Gehören unsere Gedanken noch uns?“ des jungen polnischen Wissenschaftlers Dariusz Zapała.

Eine andere ernsthafte Herausforderung für die Psychologie werden die Veränderungen der Umwelt sein. Kirsten Weir, Prof. Maria Lewicka und Prof. Peter Spork erklären, wie stark unsere Bindung zu den Orten ist, an denen wir leben. Sie zeigen auf, was wir tun können und wie wenig Aufwand nötig ist, uns diese (grünen) Orte zu erhalten. Die Psychologie kennt genügend Werkzeuge, um unser Denken über die Natur und schließlich auch das Verhalten zu ändern, das ihr schadet.

Auf Umwelt folgt Gesundheit. Die Wissenschaft und besonders die Psychologie entdecken ständig neue Verbindungen zwischen scheinbar unverknüpfbaren Themen. Der deutsche Ernährungspsychologe Prof. Christoph Klotter erklärt, woher unsere heutige Einstellung zum Essen kommt. Und wissen Sie eigentlich, dass die Urtiere zu Autounfällen und psychischen Krankheiten beitragen? Wie das möglich ist, erklärt Kathleen McAuliff, eine Amerikanerin, die Wissenschaft verständlich und zugänglich macht. Nie hat sich die Welt so schnell verändert. Ohne die Psychologie wären wir wohl verloren.

Bogdan Białek