Ärzte alarmieren: Bald sind wir machtlos gegenüber Bakterien, die wir bislang problemlos bekämpft haben. Grund dafür sind der Missbrauch von Antibiotika und der Verzehr von verseuchtem Fleisch.

TEXT Anna Kołodziejska

Vor gerade einmal acht Jahrzehnten fanden Forscher das erste Antibiotikum: Penicillin. Damals war die Herstellung so mühsam, dass sie das Penicillin sogar aus dem Urin der Patienten herausfilterten. Doch dauerte es nur wenige Jahre, bis die Forscher verstanden, wie sie es in großen Mengen produzieren konnten. In den 1940er-Jahren, zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, begannen die Ärzte, Antibiotika massenhaft einzusetzen. Dies war eine Wende in der Medizin. Patienten, die zuvor monatelang ums Überleben kämpften, hatten plötzlich eine Aussicht auf schnelle Heilung.
Mit Penicillin konnten Krankheiten geheilt werden, die bis dahin tödlich verliefen. Gefährliche Infektionen wurden zur Bagatelle. Bei Streptokokkenbefall der Gaumenmandeln – einer Angina – drohen keine Komplikationen wie der Schädigung des Herzmuskels mehr. Meist genügt eine mehrtägige Behandlung mit Antibiotika, um wieder kerngesund zu werden, ohne dass Spuren der Erkrankung zurückbleiben. Auch die Lungenentzündung, an der früher viele Krankenhauspatienten, insbesondere Kinder und ältere, geschwächte Menschen, starben, hat heute dank Antibiotika ihren Schrecken verloren. Und zu guter Letzt lässt sich mit Antibiotika eine der lebensbedrohlichsten Komplikationen bei Bakterienbefall bekämpfen: die Blutvergiftung.

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